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Welche Kanareninsel passt zu dir – und wo steht Fuerteventura?

Aktualisiert 6. September 2026 · 7 Min. Lesezeit

Von Corralejo aus siehst du Lanzarote liegen. Die Meerenge dazwischen ist so schmal, dass die Fähre keine halbe Stunde braucht. Alle anderen Inseln des Archipels liegen weit genug weg, dass ein Besuch den Urlaub umbaut, statt ihn zu ergänzen. Wer auf Fuerteventura sitzt und überlegt, ob er noch eine zweite Insel mitnimmt, entscheidet in Wahrheit über eine einzige Frage: Wie viel Tag bin ich bereit herzugeben?

Sieben Inseln, und keine ist Ersatz für die andere

Fuerteventura ist die flachste der großen Inseln, und daraus folgt hier fast alles andere. Ihr höchster Punkt, der Pico de la Zarza auf der Halbinsel Jandía, misst 807 Meter; die Passatwolken ziehen in 1.200 bis 1.400 Metern Höhe vorbei. Die Insel reicht nicht hinauf, fängt keine Feuchtigkeit ab und bleibt die trockenste im Archipel. Wie sie entstanden ist und was davon heute noch zu sehen ist, steht in Sehenswürdigkeiten auf Fuerteventura.

Lanzarote liegt von hier aus in Sichtweite und hat landschaftlich trotzdem nichts mit dieser Insel gemein. Die Lavafelder stammen aus den Ausbrüchen von 1730 bis 1736 und von 1824, der Timanfaya ist einer von vier Nationalparks der Kanaren. Im Weinbaugebiet La Geria steht jede Rebe einzeln in einer ausgehobenen Grube, geschützt von einer halbrunden Trockenmauer gegen den Wind. Wer die Handschrift von César Manrique einmal gesehen hat, erkennt sie danach auf der ganzen Insel wieder.

Gran Canaria wird oft Kontinent im Kleinen genannt, und ausnahmsweise ist das keine Werbefloskel. An der Südspitze liegt das seit 1987 geschützte Dünengebiet von Maspalomas, im Norden Las Palmas mit Altstadt, Hafen und Stadtstrand. Wer abends etwas anderes will als eine Strandpromenade, findet es dort.

Teneriffa ist die größte Insel und die mit dem stärksten Gefälle. Der Teide misst 3.715 Meter und ist der höchste Berg Spaniens; der Norden der Insel ist grün und feucht, der Süden trocken. In der Meerenge zwischen Teneriffa und La Gomera lebt eine ortsfeste Population von Grindwalen und Großen Tümmlern, 2021 als erste Whale Heritage Site Europas ausgezeichnet.

La Palma ist die steilste und grünste der bewohnten Inseln. Der Nationalpark Caldera de Taburiente umschließt einen riesigen Talkessel, auf dem Kamm darüber steht eines der größten Teleskopfelder der Welt. Der Ausbruch am Tajogaite dauerte vom 19. September bis zum 13. Dezember 2021 und hat den Westen der Insel verändert.

La Gomera trägt mit dem Garajonay einen Lorbeerwald, seit 1981 Nationalpark und seit 1986 Weltnaturerbe. Es ist der Gegenentwurf zu Fuerteventura: Nebel statt Sonne, Serpentinen statt gerader Piste.

El Hierro ist die kleinste und jüngste der Hauptinseln, vor rund 1,2 Millionen Jahren entstanden. Sie lebt vom Tauchen bei La Restinga, dem südlichsten Ort Spaniens, und deckt ihren Strom über das Wasser-Wind-Kraftwerk Gorona del Viento. Wer dorthin will, sucht Abgeschiedenheit und kein Programm.

Dazu kommt La Graciosa, seit Juni 2018 offiziell die achte Kanareninsel. Angefahren wird sie von Lanzarote aus, nicht von hier.

Für wen welche Insel die falsche Wahl ist

Das ist der Teil, den die Prospekte weglassen.

Fuerteventura ist falsch, wenn du wandern willst. 807 Meter, mehr gibt die Insel nicht her, und grün ist sie auch sonst nicht. Es gibt gute Wege am Kraterrand und über Jandía, aber wer Höhenmeter und Schatten sucht, gehört nach La Palma, La Gomera oder in den Norden Teneriffas und wird hier enttäuscht sein, egal wie schön der Strand ist.

Fuerteventura ist auch falsch, wenn du Stadt willst. Puerto del Rosario ist kein Ausgehziel; was die Hauptstadt stattdessen ist, steht in Sehenswürdigkeiten auf Fuerteventura. Museen, Altstadt und Abendbetrieb gibt es auf Gran Canaria und Teneriffa.

Teneriffa und Gran Canaria sind falsch, wenn du Ruhe suchst, jedenfalls in ihren großen Ferienzentren im Süden. Beide Inseln haben stille Ecken, aber man muss sie gezielt ansteuern. Auf Fuerteventura ist die Leere der Normalzustand: nach Fläche die zweitgrößte Insel des Archipels, und dabei nur rund 129.000 Einwohner.

La Palma und La Gomera sind falsch, wenn Sonne der Buchungsgrund ist. Genau die Höhe, die sie grün macht, hält auch die Wolken fest. Das ist kein Pech mit dem Wetterjahr, sondern derselbe Passat, der Fuerteventura trocken lässt.

El Hierro und La Gomera sind falsch mit sehr kleinen Kindern. Die Wege im Landesinneren sind kurvig und lang, und was ein Zweijähriger davon hat, steht in keinem Verhältnis dazu. Was diese Altersgruppe trägt, steht in Fuerteventura mit Kleinkind und Fuerteventura mit Baby.

Lanzarote ist falsch, wenn du Windsurfen lernen willst. Das stehtiefe Flachwasser, das Anfänger brauchen, liegt auf dieser Insel und nicht dort drüben; wo genau und was dort im Sommer gefahren wird, steht in Sehenswürdigkeiten auf Fuerteventura. Kurse stehen unter Windsurfen und Kitesurfen, Wellenreiten unter Surfkurse.

Fuerteventura ist die falsche Insel, wenn Wale der Hauptgrund sind. Die ortsfeste Population lebt in der Straße zwischen Teneriffa und La Gomera. Von hier aus fährt man ab Morro Jable hinaus, und das ist eine gute Bootstour, aber keine Zusage, dass Wale kommen. Der Überblick steht unter Wale und Delfine beobachten.

Was Fuerteventura hat und was ihm fehlt

Die ganze Insel steht unter Schutz und ist ein anerkanntes Lichtschutzgebiet; dunkler Nachthimmel ist hier ein geprüftes Merkmal und kein Werbewort. Dazu kommt ein eigenes Ausflugsangebot, dessen größter Block sich um Isla de Lobos vor der Nordspitze dreht.

Was fehlt, ist schnell aufgezählt: ein Nationalpark, ein Lorbeerwald, ein Berg über 807 Metern, eine Großstadt, verlässliches Grün. Wer das für Nachteile hält, hat recht. Wer dafür Weite, Wind und leere Strände eintauscht, hat ebenfalls recht. Was auf der Insel selbst zu sehen ist und was die Angebote im Einzelnen kosten – Einstiegspreis, Median, Bewertungszahlen, Aufteilung nach Kategorien –, steht in Sehenswürdigkeiten auf Fuerteventura, das Landangebot unter Ausflüge auf Fuerteventura.

Inselhüpfen ab Fuerteventura: was wirklich geht

Nur eine Verbindung taugt zum Tagesausflug. Zwischen Corralejo und Playa Blanca auf Lanzarote fahren vier Reedereien: Baleària, Naviera Armas, Fred Olsen Express und Líneas Marítimas Romero. Je nach Schiff dauert die Überfahrt 25 bis 35 Minuten, ganzjährig gibt es über zwanzig Abfahrten am Tag. Fahrpläne und Preise ändern sich, sieh vor der Fahrt nach, was an deinem Tag gilt.

Als geführter Tagesausflug steht „Ab Fuerteventura: Timanfaya und Süd-Lanzarote“ im Bestand, für 83 €, 7 Stunden, 4,5 Sterne, 1.357 Bewertungen. Enthalten sind der Nationalpark, das Weinland, ein Aloe-Vera-Museum und eine Lagune. Dass sich für Timanfaya eine organisierte Fahrt anbietet, hat einen sachlichen Grund: Das Innere des Parks wird auf der rund 14 Kilometer langen Ruta de los Volcanes befahren, und die ist dem Parkbus vorbehalten.

Gran Canaria erreichst du ab Morro Jable per Schnellfähre in etwa zwei Stunden. Je nach Route, Reederei und Schiff liegt die Verbindung zwischen den beiden Inseln zwischen 2 Stunden und 6 Stunden 45 Minuten. Das ist der Unterschied zwischen einem langen Tag und einem verlorenen.

Nach Teneriffa fliegt man, rund 45 bis 50 Minuten mit Binter, und zwar nach Teneriffa-Nord; nach La Palma gibt es eine Direktverbindung nur im Hochsommer: Binter fliegt sie 2026 von Mitte Juli bis Anfang September mit sechs Flügen pro Woche, den Rest des Jahres geht es nur mit Umstieg. La Gomera und El Hierro erreichst du ganzjährig nur mit Umstieg, wahlweise über Gran Canaria oder über Teneriffa-Nord. Der Umstieg über Teneriffa ist dabei einfacher, als er klingt: Die Binter-Maschine aus Fuerteventura landet in Teneriffa-Nord, und genau dort starten auch die Anschlüsse nach La Palma, La Gomera und El Hierro. Ein Flughafenwechsel entsteht dabei nicht; den hat nur, wer aus Europa in Teneriffa-Süd ankommt, wo die meisten Urlaubsflüge landen. Als Tagesausflug ab Fuerteventura ist trotzdem keine dieser drei Inseln zu machen.

Wann sich der Inselwechsel nicht lohnt

Bei einer Woche kostet der Ausflug nach Lanzarote einen von sieben Tagen, und zwar ganz. Wohnst du im Süden, kommt die Fahrt nach Corralejo hinzu, und die ist auf dieser Insel kein Katzensprung. Wie lang ein Quertag über diese Insel wird, zeigt das hiesige Angebot selbst: Die Tour „Wilder Norden und Corralejo vom Süden aus“ dauert 7 Stunden, ohne dass dabei ein Schiff im Spiel wäre.

Das Wetter ist kein Grund für einen Wechsel. Lanzarote liegt eine halbe Stunde entfernt und hat denselben Himmel; wer wegen Wolken die Insel wechselt, nimmt die Wolken mit.

Mit kleinen Kindern rechnet es sich ebenfalls selten. Sieben Stunden Programm plus Anfahrt sind mehr, als die meisten Familien an einem Tag gut überstehen. Was stattdessen trägt, steht in Fuerteventura mit Kindern, und alles zum Thema Boot in Bootstour mit Kindern.

Bleibt der Preis. 83 € pro Person sind für eine vierköpfige Familie 332 €. Dafür bekommst du hier mehrere Tage Programm, etwa die Fähre nach Lobos für alle vier und dazu einen Tag mit Buggy oder Quad.

Willst du zwei Inseln wirklich sehen, teile den Aufenthalt und wechsle die Unterkunft. Als Ausflug funktioniert nur Lanzarote, und auch das nur, wenn du bereit bist, den Tag vollständig dafür auszugeben.

Die meistgebuchten Touren

Isla de Lobos mit dem Katamaran

⏱ 4 Std. · Ab Corralejo

4,8 (1.134 Bewertungen)

Die bestbewertete Überfahrt: vier Stunden unter Segeln ab Corralejo, mit Schnorchelstopp vor Lobos und Getränken an Bord. Die einfache Fähre kostet ein Viertel davon – nimm sie, wenn du nur über die Insel laufen willst.

ab €75

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Bestseller

Jeep-Safari zum Strand von Cofete

⏱ 3 Std. · Halbinsel Jandía

4,5 (2.555 Bewertungen)

Drei Stunden über die Piste zum zwölf Kilometer langen Strand hinter den Bergen. Der eigene Mietwagen ist auf dieser Straße meist nicht versichert – das ist der ehrliche Grund, im fremden Jeep zu sitzen.

ab €65

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Bestseller

Wal- und Delfinfahrt ab Morro Jable

⏱ 2 Std. · 2 Stunden, mit Badestopp

4,2 (5.142 Bewertungen)

Das meistgebuchte Einzelangebot auf Fuerteventura – und mit 4,2 Sternen das schwächste in unserer Auswahl. Zwei Stunden ab Morro Jable, mit Getränken und Badestopp. Es sind Wildtiere, garantiert ist nichts.

ab €49

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Isla de Lobos ab €49 · heute verfügbar

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