Fuerteventura mit Kindern: was die Insel Familien wirklich bietet
Aktualisiert 6. September 2026 · 5 Min. Lesezeit
Fuerteventura verkauft sich als Familieninsel, und in weiten Teilen stimmt das auch: flach abfallende Strände, warmes Wasser das ganze Jahr über, kurze Wege in den Orten, 190 buchbare Angebote, die bei 12,50 € anfangen. Was auf den Katalogbildern fehlt, ist der Wind. Er ist der eine Unterschied zwischen dieser Insel und jedem anderen Familienziel, und er entscheidet darüber, wie ein Urlaubstag hier läuft.
Der Wind, ehrlich gerechnet
Der Passat weht über Fuerteventura an den meisten Tagen des Jahres, überwiegend aus Nord bis Nordost. Die Insel ist flach, ihr fehlen die Berge, die auf den höheren Kanareninseln einen Teil des Windes abfangen. Der typische Tagesverlauf: morgens ruhig, gegen Mittag frischt es auf, am Nachmittag bläst es.
Für kleine Kinder ist das kein Randthema. Nicht die Kühle stört, sondern der Sand. Auf offenen Strandabschnitten treibt er ab dem frühen Nachmittag knapp über dem Boden, und ein Kind, das im Sand sitzt, ist genau auf dieser Höhe. Nach zwanzig Minuten ist Sand im Essen, in der Tasche und in den Augen. Familien mit den Jüngsten legen den Strand deshalb auf den Vormittag. Wie sich das über den Tag auflösen lässt, steht ausführlich unter Fuerteventura mit Baby und Fuerteventura mit Kleinkind.
Derselbe Wind ist der Grund, warum ältere Kinder hier etwas mitnehmen, das sie an einem windstillen Mittelmeerstrand nicht bekommen. Surfkurse gibt es ab 50 €, der mittlere Preis liegt bei 54,15 €. Die Surfschulen setzen sehr unterschiedliche Untergrenzen: In Corralejo reicht die Spanne je nach Schule von sechs bis vierzehn Jahren, und für die Jüngsten gibt es oft nur Privat- oder Familienkurse statt der offenen Gruppe. Was für den gebuchten Kurs gilt, steht auf der jeweiligen Buchungsseite. Wind- und Kitesurfen ist die teurere Stufe, ab 63,75 € und mit einem Median von 130 €.
Die Strände, an denen der Sand nicht fliegt
Die Insel hat vier Stellen, die für Familien anders funktionieren als der offene Atlantikstrand.
Die Lagunen von El Cotillo im Nordwesten liegen hinter einem vorgelagerten Riff. Das Wasser steht in flachen Becken, du kannst weit hinauslaufen, und bei Ebbe bleiben Pfützen mit kleinen Krebsen zurück, an denen Kinder länger hängen als an jedem Spielplatz.
Caleta de Fuste an der Ostküste ist der Gegenentwurf. Die Bucht ist künstlich angelegt und von einem Wellenbrecher geschützt, es gibt kaum Wellengang, der Einstieg ist sanft. Für das erste Meer im Leben eines Kindes ist das der ruhigste Ort der Insel – und für Zehnjährige nach drei Tagen ziemlich langweilig.
In Corralejo ist es der Muelle Chico, der Strand des alten Hafens zwischen den Molen, gerade einmal hundert Meter lang und direkt an den Lokalen.
Die Lagune der Playa de Sotavento bei Costa Calma ist der eigenwilligste Fall. Sie füllt sich mit der Tide auf wenige Zentimeter bis hüfttief, aber sie füllt sich nicht jeden Tag, sondern vor allem um Neumond und Vollmond. Steht sie, ist sie ein riesiges warmes Planschbecken. Steht sie nicht, hast du eine weite Sandfläche und den stärksten Wind der Insel.
Welche Gegend zu welcher Familie passt
Corralejo im Norden hat die größte Auswahl: den Naturpark mit den Dünen vor der Tür, den Wasserpark, die Fähre nach Lobos, Restaurants bis spät. Beim Wind liegt der Ort dabei im Mittelfeld: Am stärksten weht es im Süden, wo der Passat über den schmalen Isthmus von Jandía beschleunigt und Costa Calma und die Sotavento-Lagune trifft.
Caleta de Fuste in der Inselmitte ist die Wahl, wenn Ruhe zählt und der Weg vom Flughafen kurz sein soll. Für Familien mit ganz kleinen Kindern die naheliegendste Basis, für Teenager die schwächste.
Der Süden um Costa Calma und Jandía lebt von kilometerlangen Stränden und von den Surfzentren. Morro Jable an der Südspitze hat den Hafen, von dem die meisten Bootstouren ablegen. Wichtig für die Ortswahl: Zwischen Corralejo und Morro Jable liegen rund 111 Straßenkilometer, für die du gut anderthalb Stunden brauchst. Eine Bootstour im Süden ist von Corralejo aus kein Halbtagesausflug, sondern ein ganzer Tag im Auto. Welche Landschaften und Orte dazwischen den Umweg wert sind, steht unter Sehenswürdigkeiten auf Fuerteventura.
Welche Ausflüge Kinder tragen
Isla de Lobos ist der Klassiker und mit 11.547 Bewertungen die meistbewertete Bootskategorie im Bestand. Die Fähre ab Corralejo kostet 17 € hin und zurück, das Schnellboot 16 €, die Überfahrt dauert etwa eine Viertelstunde. Für Grundschulkinder ist die kleine Insel ein Abenteuer: klares flaches Wasser am Puertito, ein Vulkankegel, keine Autos. Du brauchst dafür eine kostenlose Genehmigung des Cabildo, weil die Besucherzahl begrenzt ist, und du solltest wissen, dass es auf der Insel fast keinen Schatten und nur ein einziges Lokal gibt.
Die meistgebuchte Tour der Insel ist die Delfin- und Walbeobachtung ab Morro Jable: zwei Stunden, 49 €, Getränke und ein Badestopp inbegriffen, 5.142 Bewertungen. Mit 4,2 Sternen ist es zugleich die schwächste Bewertung unter den zwanzig beliebtesten Touren, und der Grund dafür liegt auf der Hand. Tiere sind nie zugesagt, und ein Kind, das zwei Stunden auf leeres Wasser schaut, findet das lang.
Ruhiger und für kleinere Kinder verlässlicher sind das Glasbodenboot mit Mittagessen für 75 € über vier Stunden und die Katamaranfahrten, die bei 50 € beginnen und im Mittel 75 € kosten. An Land ist der Tierpark Oasis Wildlife bei La Lajita im Süden mit 41,50 € Eintritt und mehr als 3.000 Tieren der zuverlässigste Plan für einen Tag, an dem der Wind alles andere unmöglich macht. Weitere Angebote an Land findest du unter Ausflüge auf Fuerteventura.
Wann etwas eine schlechte Idee ist
Cofete. Der Strand ist der spektakulärste der Insel, aber der Weg dorthin ist eine rund 20 Kilometer lange Piste ab Morro Jable, für die man gut fünfzig Minuten braucht, und die meisten Mietwagenverträge verbieten das Verlassen der Asphaltstraßen. Mit Kindern im Auto ist die geführte Jeep-Safari für 65 € über drei Stunden der sinnvollere Weg, mit einem Baby taugt beides nicht.
Buggy- und Quadtouren ab 60 € sind laut, staubig und haben Altersgrenzen, die von der Sitzposition abhängen. Der Tagesausflug nach Lanzarote mit Timanfaya für 83 € dauert sieben Stunden mit Fähre und Bus. Für Kinder ab etwa zehn ist das ein großer Tag, darunter ein sehr langer. Ob und wann sich das Inselhüpfen lohnt, ist Thema unter Sehenswürdigkeiten der Kanarischen Inseln.
Und der Wasserpark in Corralejo: Ein Teil der Rutschen ist erst ab 1,20 Meter Körpergröße freigegeben, und der Park hat eine Sommersaison und ist im Winter geschlossen. Die genauen Monate ändern sich von Jahr zu Jahr, deshalb vor der Anreise nachsehen.
Mindestalter
Für Boote ist das die häufigste Frage, und sie lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Anbieter setzen sehr unterschiedliche Grenzen, je nach Bootstyp, Dauer und Seegang; verbindlich ist allein die jeweilige Buchungsseite. Welcher Bootstyp welchem Alter zumutbar ist, worauf du bei Schatten, Toilette und Wellengang achten solltest, steht unter Bootstour mit Kindern.