← Alle Reisetipps

Fuerteventura mit Teenagern: Wind, Motoren, Nachthimmel

Aktualisiert 6. September 2026 · 6 Min. Lesezeit

Bei kleinen Kindern fragst du dich vor jedem Ausflug, ob er zu lang wird. Ab etwa dreizehn dreht sich die Frage um: Wird es langweilig? Fuerteventura fällt auf den ersten Blick durch. Keine Wasserparkdichte wie auf Teneriffa, keine Großstadt, kein Nachtleben im Mallorca-Sinn. Trotzdem ist die Insel für Fünfzehnjährige eines der stärksten Ziele, weil hier drei Dinge selbstverständlich sind, die Erwachsene anderswo nicht mitmachen: im Wind fahren, mit Motor über Piste, und nachts raus, um nach oben zu sehen.

Der Wind ist das Argument, nicht der Makel

Was Familien mit Kleinkindern zur Verzweiflung bringt, ist ab dreizehn der Grund für die Insel. Wie der Passat einen Tag mit Kleinkindern zerlegt, steht unter Fuerteventura mit Kindern. Hier zählt derselbe Wind als Ausrüstung.

Surfkurse gibt es 19 im Bestand, ab 50 €, Median 54,15 €. Die Spanne ist auffällig eng: Der Einsteigerkurs ist ein standardisiertes Produkt. Zwischen dem billigsten und dem mittleren Angebot liegen vier Euro, du entscheidest nicht über den Preis, sondern über Ort und Schule.

Bei Wind- und Kitesurfen ist es umgekehrt: 13 Angebote, ab 63,75 €, Median 130 €. Das ist die teuerste Kategorie im ganzen Bestand, teurer als jede Katamaranfahrt mit ihrem Median von 75 €. Der Grund für die Lücke: Die 63,75 € gehören zu einem Windsurf-Schnupperkurs in der Bucht von Costa Calma, der Median gehört zu Kitekursen. Kiten wird in Kleingruppen bis drei oder einzeln unterrichtet, mit Funk und Sicherheitsboot. Wer im Budget eine Zeile für „Surfkurs“ vorsieht und mit 50 € rechnet, vertut sich beim Kiten um den Faktor drei.

Vormittags ist es ruhig, nachmittags frischt es auf, deshalb liegen Surfkurse meist morgens und Windkurse nach Mittag. April bis August weht es am kräftigsten, im Juli am stärksten. Von Oktober bis März gibt es windstille Tage, und dann fällt eher der Kitekurs aus als der Surfkurs.

Wo gelernt wird und wo nicht

El Cotillo im Nordwesten ist der klassische Lernort: heller Sandstrand, Beachbreak, mehrere Abschnitte nebeneinander, die unterschiedliche Niveaus vertragen. Nördlich und westlich davon liegen Riffe über Lava, und die sind eine andere Sportart.

Flag Beach bei Corralejo ist der zweite große Anfängerstrand, langer Sand, verlässlich kleine Wellen im Sommer, dort sitzt die Mehrzahl der Schulen. Die Playa del Moro weiter südlich im selben Dünenpark bekommt weniger Dünung ab und ist der ruhigere Platz für die zweite oder dritte Stunde. Majanicho an der Nordküste bricht über Lava und sieht bei kleiner Welle harmloser aus, als es ist. Im Süden unterrichten Schulen an der Playa de la Pared, wo deutlich mehr Wellenenergie ankommt.

Der Wind hat sein eigenes Revier im Süden. Die Playa de Sotavento zwischen Costa Calma und dem Risco del Paso ist eines der bekanntesten Wind- und Kitereviere überhaupt; hier werden Weltcups im Windsurfen und im Kitesurfen gefahren. Anfänger gehören trotzdem nicht an dieselbe Stelle wie die Profis. Die Lagune am Risco del Paso, rund zehn Autominuten südlich von Costa Calma, füllt sich mit der Tide und steht dann hüfttief – genau das braucht jemand, der zum ersten Mal auf einem Brett steht. Die Stationen trennen das meist auch räumlich: Windsurfen und SUP am Strand von Costa Calma, Kiten überwiegend an der Lagune.

Die Lagune steht allerdings nicht jeden Tag, sie hängt an Tide und Mondphase. Und ein Strand, der breit, flach und harmlos aussieht, ist auf dieser Insel oft der windigste.

Jetski und die Frage nach dem Alter

Ab Morro Jable kostet die Jetski-Tour 80 € für 30 Minuten, ohne Lizenz, 4,7 Sterne bei 968 Bewertungen. Das ist die teuerste halbe Stunde des Urlaubs, und sie wird ein zweites Mal verlangt werden.

Wichtiger als der Preis ist das Alter. Von 190 Angeboten nennen vier eine Altersgrenze: der Jetski-Rundkurs in Caleta de Fuste (über 18 mit Ausweis), das Can-Am-Buggy-Erlebnis ab Costa Calma (Viersitzer, Mindestalter 7 Jahre) und zwei Katamarantouren zur Insel Lobos, die nur für Erwachsene sind. Verbindlich ist die jeweilige Buchungsseite. Beim Jetski in Caleta de Fuste bleibt ein Sechzehnjähriger also draußen, und geklärt wird das vor der Buchung, nicht am Steg. Bei den übrigen Jetski-Angeboten steht dazu nichts, also frag schriftlich nach, bevor du für vier Personen bezahlst und mit dreien fährst. Wie unterschiedlich Altersgrenzen auf dem Wasser gehandhabt werden, steht unter Bootstour mit Kindern.

Buggy und Quad: fahren oder mitfahren

Buggy- und Quadtouren sind mit 17 Angeboten ab 60 € und einem Median von 99 € für Teenager die interessanteste Zeile im Programm. Sie sind auch die mit den meisten Enttäuschungen, und die Ursache ist immer dieselbe: Wer sitzt am Steuer?

Wer selbst fahren will, braucht in aller Regel einen Führerschein, weil die Touren zu großen Teilen über öffentliche Pisten und Straßen laufen. Ein Fünfzehnjähriger fährt also mit, und wenn er das erst am Startplatz erfährt, ist der Tag gelaufen. Ein Mindestalter nennt genau ein Angebot: Das Can-Am-Buggy-Erlebnis ab Costa Calma fährt einen Viersitzer und gibt 7 Jahre an. Die übrigen 16 Buggy-Angebote geben dazu nichts an, und die Anbieter setzen ihre Grenzen unterschiedlich, für Beifahrer anders als fürs Steuer; verbindlich ist die jeweilige Buchungsseite.

Die Buggy-Safari ab Corralejo kostet 60 € für 3 Stunden und hat 4,6 Sterne bei 1.455 Bewertungen, die Dünenbuggy-Tour im Norden 129 € für 2 Stunden, die Tour durch den Naturpark Jandía und El Puertito 140 € für 2 Stunden bei 4,2 Sternen. Prüfe vor dem Klick, ob der Betrag pro Fahrzeug oder pro Person gilt. Und rechne mit Staub: Buggys fahren im Konvoi, der letzte Wagen bekommt den der anderen.

Was abends geht

Corralejo hat das meiste. Die Music Square an der Plaza Félix Estévez ist ein offener Platz mit Terrassen und Livebands an den meisten Abenden, gegen elf wird es dort ruhiger. Dazu die Gassen der Altstadt am alten Hafen und die Bars an der Calle Iglesia. Das ist eine bespielte Platzmitte, kein Clubstrip.

Morro Jable ist ruhiger, hat aber Cocktailbars entlang der Avenida del Saladar und am Wochenende einzelne Adressen, an denen länger getanzt wird. Costa Calma ist der stillste der drei Orte. Für einen Sechzehnjährigen, der nicht surft, sind drei Abende Costa Calma sehr lang.

Zwischen Corralejo und Morro Jable liegen rund 111 Straßenkilometer und gut anderthalb Stunden Fahrt, ein Abendausflug ist das nicht; von Costa Calma nach Morro Jable sind es dagegen rund zwanzig Minuten. Eine Partyinsel wird Fuerteventura dadurch nicht, und wenn dein Kind genau danach sucht, ist es hier falsch. Was die Insel abseits der Orte hergibt, steht unter Sehenswürdigkeiten auf Fuerteventura.

Der Himmel als Programmpunkt

Die geführte Sterndeutung am Vulkan Calderón Hondo kostet 45 € für 3 Stunden und steht bei 4,8 Sternen aus 936 Bewertungen. Der Berg liegt bei Lajares im Norden, 278 Meter hoch, sein Krater ist etwa 70 Meter tief, der Rundweg um den Kegel vier bis fünf Kilometer. Am Kraterrand laufen Atlashörnchen herum, die keinerlei Scheu haben. Weitere Touren an Land findest du unter Ausflüge auf Fuerteventura.

Dass die Kanaren dafür taugen, liegt an trockener Luft, wenig Bewölkung und kaum Dunst über dem Atlantik. Fuerteventura ist seit 2015 als Starlight-Reservat zertifiziert, als drittes der Kanaren nach La Palma und dem Teide; die Zertifizierung läuft bis 2029.

Ein Vergleich wird dabei oft falsch gezogen. Auf La Palma gilt seit 1988 ein eigenes Lichtschutzgesetz, die Ley del Cielo, die die Beleuchtung zum Schutz des Observatoriums auf dem Roque de los Muchachos regelt. Das ist La Palma, nicht Fuerteventura. Hier gibt es kein solches Gesetz, die Insel ist flach, und die Orte streuen ihr Licht weit über die Ebene. Deshalb fährt man zum Schauen raus, Richtung Lajares, zu den Dünen oder an die leere Westküste. Welche Kanareninsel wofür steht, ist Thema unter Sehenswürdigkeiten der Kanarischen Inseln.

Vollmond löscht die Milchstraße; wer sie sehen will, sucht sich die Tage um Neumond. Und am Kraterrand ist es nach Sonnenuntergang deutlich kühler und windiger als unten im Ort, auch im August.

Die meistgebuchten Touren

Isla de Lobos mit dem Katamaran

⏱ 4 Std. · Ab Corralejo

4,8 (1.134 Bewertungen)

Die bestbewertete Überfahrt: vier Stunden unter Segeln ab Corralejo, mit Schnorchelstopp vor Lobos und Getränken an Bord. Die einfache Fähre kostet ein Viertel davon – nimm sie, wenn du nur über die Insel laufen willst.

ab €75

Verfügbarkeit prüfen →

Kostenlos stornierbar · Jetzt reservieren, später zahlen

Bestseller

Jeep-Safari zum Strand von Cofete

⏱ 3 Std. · Halbinsel Jandía

4,5 (2.555 Bewertungen)

Drei Stunden über die Piste zum zwölf Kilometer langen Strand hinter den Bergen. Der eigene Mietwagen ist auf dieser Straße meist nicht versichert – das ist der ehrliche Grund, im fremden Jeep zu sitzen.

ab €65

Verfügbarkeit prüfen →

Kostenlos stornierbar · Jetzt reservieren, später zahlen

Bestseller

Wal- und Delfinfahrt ab Morro Jable

⏱ 2 Std. · 2 Stunden, mit Badestopp

4,2 (5.142 Bewertungen)

Das meistgebuchte Einzelangebot auf Fuerteventura – und mit 4,2 Sternen das schwächste in unserer Auswahl. Zwei Stunden ab Morro Jable, mit Getränken und Badestopp. Es sind Wildtiere, garantiert ist nichts.

ab €49

Verfügbarkeit prüfen →

Kostenlos stornierbar · Jetzt reservieren, später zahlen

Isla de Lobos ab €49 · heute verfügbar

Verfügbarkeit